Klinische Studien

Zur Zeit laufen verschiedene klinische Studien in der Allergologisch/Immunologischen Poliklinik:

  1. Basophilen Aktivierung
    In einer Studie zur Therapie der Bienengift-Allergie geht Dr. Oliver Hausmann in Zusammenarbeit mit dem Zieglerspital der Frage nach, ob die Überprüfung des Therapieerfolges mittels einer in vitro-Labormethodik (Basophilenstimulation mit Bienengift) die zeitlich aufwändige Stichprovokation mit einer lebenden Biene, welche unter intensivmedizinischer Überwachung erfolgen muss, ersetzen kann.
  2. Mastozytose-Studie
    Zur Zeit eine relativ seltene, aber unter Umständen recht problematische Erkrankung ist die Mastozytose, bei der es zur Vermehrung von Mastzellen kommt. Diese reagieren auf spezifische und unspezifische Reize mit Degranulation und die betroffenen Patienten entwickeln Symptome von Nesselfieber bis zum allergischen Schock. Häufig dabei ist ein lästiger Juckreiz. Neben Antihistaminika wird in einer von Zürich aus koordinierten Studie untersucht, ob das Medikament „Omalizumab“ (anti-IgE-Antikörper) bei diesem Patienten effektiv ist.
    Kontaktperson: Dr. Peter Jandus, Tel. 031 632 22 69
  3. Urtikaria-Studie
    Chronische Urtikaria (chronisches Nesselfieber) ist eine relativ häufige Erkrankung, bei der es zur Ausbildung von Quaddeln an verschiedenen Körperstellen und zum Teil zu Schwellungen im Gesichtsbereich kommt. Sehr lästig ist der dabei bestehende Juckreiz. Um die Effektivität eines Anti-IgE-Antikörpers bei dieser Erkrankung zu erfassen, führen wir zur Zeit in Zusammenarbeit mit Novartis eine Studie zum Einsatz des Medikaments „Omalizumab“ bei Patienten mit chronischem Nesselfieber durch. Es handelt sich um eine offene Studie, in der die Wirksamkeit und Pathophysiologie des Omalizumab im Detail analysiert wird.
    Kontaktperson: Dr. Peter Jandus, Dr. Oliver Hausmann, Tel. 031 632 22 69
  4. Abacavir specific sensitization in abacavir naive subjects
    Abacavir ist ein Medikament bei HIV-infizierten Personen, das hoch effektiv ist, aber bei bestimmten Gruppen von Patienten zu zum Teil schweren medikamentenallergischen Reaktionen mit Hautausschlag, Lungen- und Leberbeteiligung führt. Wir untersuchen, ob Personen, die nicht HIV-infiziert sind, aber die gleiche genetische Disposition haben (HLA-B*5701) eventuell in vitro bzw. nach einem Hauttest auf Abacavir reagieren würden. Dies hilft uns festzustellen, wie viele naive Zellen existieren, die dieses Medikament potentiell erkennen. Die Studie wird von Dr. Benno Schnyder (Tel. 031 632 22 69)und Frau Jacqueline Adam (Tel. 031 632 22 45) durchgeführt und beinhaltet einige Hautteste und Blutabnahmen. Diese Studie wird von der Ulrich Mueller-Gierok-Stiftung unterstützt.
  5. In vitro Methode zur Diagnostik von Medikamentenallergien
    Der Nachweis einer Immunreaktion auf Medikamente ist relativ schwierig. Seit Jahren unterstützt der Schweizerische Nationalfonds unsere Forschungsgruppe im Bemühen, bessere diagnostische Tests zu entwickeln, um eine Medikamentenallergie nachzuweisen. Ein besonderes Augenmerk richten wir auf schwere Reaktionen wie Medikamenten-induzierte Leberentzündungen, bzw. schwere bullöse Hauterkrankungen (Stevens-Johnson Syndrom, Toxisch Epidermale Nekrolyse). Bei Patienten mit derartigen Reaktionen bzw. Patienten mit mehreren Reaktionen (Multiple Drug Hypersensitivity) wird Blut abgenommen und genau analysiert, um eine gewisse Reaktivität zuzuweisen. Kontaktperson: Prof. Dr. W.J. Pichler: 031 632 22 64

Dissertationen/Masterarbeiten

Das Umfeld der Poliklinik bietet Studenten und Studienabgängern die Möglichkeit, eine Forschungsarbeit durchzuführen und die Ergebnisse zu publizieren. 

Interesse? Frau Therese Schären gibt Ihnen gerne weiter Auskunft:
+41 31 632 05 56 / therese.schaeren@no-spaminsel.ch

S. auch Lehre

Publikationen

Die Ärztliche Leitung der Allergologisch-Immunologischen Poliklinik bemüht sich, z.T. zusammen mit Dissertanten, aktuelle Forschungsergebnisse zu publizieren und aktuelles Wissen an die Presse und in Patientenbroschüren weiterzugeben.
Eine aktuelle Übersicht  der Publikationen finden Sie hier.  Weiter zurückliegende Publikationen können bei uns nachgefragt werden. 

Die Veröffentlichung von Patientenbroschüren, die Informationen für Patienten und Angehörige enthalten, geschieht in enger Zusammenarbeit mit AHA Schweiz. So werden jährlich Dutzende von aktuellen Beiträgen publiziert und ganz unterschiedlichen Lesergruppen zugänglich gemacht.
Sie können die Patienteninformationen entweder bei AHA Schweiz bestellen oder bei uns online beziehen.

Kollaborationen

Die Forschungstätigkeiten im Gebiet der Medikamentenallergie führten zu verschiedenen internationalen und nationalen Kooperationen. Im Rahmen dieser Kooperationen wurde unlängst die Firma ADR-AC GmbH (http://www.adr-ac.ch/) gegründet, die Industrie-bezogene Projekte weiter fortführt. Ehemalige Mitarbeiter der Forschungsgruppe sind in dieses Spin-off Unternehmen involviert. Prof. Werner J. Pichler ist Konsultant.